LKW Anhänger

Bei einem Anhänger handelt es sich um ein Fahrzeug, dass über eine Ladefläche verfügt, aber über keinen eigenen Antrieb und hinter einem Zugfahrzeug mitgeführt wird.

Ein Anhänger wird nach der DIN 70010 (Systematik der Straßenfahrzeuge) benannt und auch definiert. Das wird in Übereinstimmung mit der ISO-Norm 3833 durchgeführt. Ein Anhänger überträgt in der Regel die Last über die Räder auf die Straße bis auf die auf dem Zugfahrzeug lastende Stützkraft. Über die sogenannte Deichsel wird die Zugkraft vom Zugfahrzeug auf den Anhänger übertragen und die Anhängerkupplung stellt die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger dar oder die Verbindung zwischen den Anhänger, sollten mehrere Anhänger an das Zugfahrzeug angehängt sein.

Die vier grundlegenden Bauformen

  • Starrdeichselanhänger – nur für PKW (Wohnanhänger, Bootstrailer etc.)
  • Gelenkdeichselanhänger
  • Sattelanhänger
  • Sonderbauarten

Der Gelenkdeichselanhänger

Dieser weist zwei oder mehrere Achsen auf und die vordere wird über einen Drehschemel oder eher unüblich über einzeln gelenkte Achsschenkel gelenkt. Hierbei handelt es sich um einen typischen Lkw-Anhänger deren zulässiges Gesamtgewicht bis zu 20 Tonnen bei zwei Achsen und bis zu 24 Tonnen bei drei Achsen beträgt. Liegt eine Sondergenehmigung vor – für Tieflader/Schwertransporte – dann liegt das zulässige Gesamtgewicht auch weit darüber.

Die Vorderachse ist bei der Drehschemellenkung auf einem Drehschemel montiert und fest mit der Deichsel verbunden. Dabei ist die Deichsel in vertikaler Richtung beweglich gelagert und wird von starken Federn als Sicherheitsvorkehrung gehalten. Nach dem Abkuppeln darf sie jedoch nicht den Boden berühren. Zudem müssen mehrachsige Anhänger die über 3500 kg zGG aufweisen, über eine Druckluftbremse verfügen.

Die Aufbauarten von einem Lkw Anhänger sind sehr vielseitig. So ist der offene Kasten (Pritsche) eine typische Aufbauart, aber auch der offene Kasten mit Plane und Spriegel sowie der geschlossene Kasten, bei dem es sich um den Kofferaufbau handelt. Zudem gibt es auch noch viele andere Sonderbauformen, die dem jeweiligen Einsatzzweck entsprechen.

Der Sattelanhänger

Dieser wird üblicherweise als Sattelauflieger bezeichnet und verfügt über keine Vorderachse. Sondern er liegt mit seinem Vorderteil auf der Sattelzugmaschine auf. Zusammen bilden diese beiden eine Einheit und werden als Sattelkraftfahrzeug bezeichnet. Es sind seit einigen Jahren auch Sattelauflieger zu finden, die mit einer Dolly-Vorderachse versehen sind – das jedoch nur mit Sondergenehmigung. Damit ist es möglich den Sattelanhänger in den EWR-Staaten beim Eurocombi anzuhängen.

Die Nutzfahrzeuge: Maße und Gewichte ergeben sich aus der StVZO

In Deutschland ergeben sich die zulässigen Gewichte und Abmessungen für Nutzfahrzeuge aus der StVZO. Damit wurden von der deutschen Gesetzgebung die vorgegebenen Regeln des EG-Rechts in das nationale umgesetzt.

In erster Linie solle durch diese Reglementierung die Verkehrssicherheit, die Straßenschonung und der Umweltschutz sichergestellt werden. Mit dem EG-Recht wird die Angleichung der nationalen Vorschriften in der Europäischen Union angestrebt, damit einheitliche Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden und der Verkehr zwischen den Mitgliedsländern erleichtert wird. Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit auch Reglementierungen erlassen, in denen eine lenkende Absicht vorhanden ist, um zu verhindern, dass der Transport von Gütern von der Schiene auf die Straße verlagert wird.

Die Maße und Gewichte der Nutzfahrzeuge innerhalb der EU

In der Europäischen Union muss ein Nutzfahrzeug so gebaut und ausgerüstet sein, dass es im Straßenverkehr niemanden schädigt, gefährdet, behindert oder belästigt. Damit das sichergestellt wird, gelten in Europa entsprechende nationale Vorschriften.

Für den grenzüberschreitenden Verkehr sind in der Richtlinie 96/53/Eg des Rates vom 25. Juli 1996 u. a. folgende Abmessungen und Gesamtgewichte festgesetzt, die beachtet werden müssen. Aber die einzelnen Mitgliedsstaaten haben das Recht, in ihrem nationalen Recht, also in Deutschland in der StVZO abweichende Regeln für den innerstaatlichen Verkehr zuzulassen:

  • Die größte Länge:
    • 18,75 m / Lastzug / Lastkraftwagen mit Anhänger
    • 16,50 m / Sattelkraftfahrzeug / Zugfahrzeug mit Sattelanhänger (Auflieger)
  • Die größte Breite (ohne Außenspiegel)
    • 2,55 alle Fahrzeuge, egal ob Lastkraftwagen, LKW Anhänger oder Sattelauflieger
    • 2,60 m größte Breite der Aufbauten von klimatisierten Fahrzeugen
  • Die größte Höhe
    • 4 m
  • Der größte Abstand
    • 12 m zwischen der Achse des Sattelzapfens und der hinteren Begrenzung des Sattelanhängers
    • 16,40 m zwischen dem vordersten äußeren Punkt der Ladefläche hinter dem Fahrerhaus und dem hintersten äußeren Punkt des Anhängers hinter der Fahrzeugkombination
  • Das höchstzulässige Gewicht des Fahrzeugs
    • 2-achsige Anhänger 18 t
    • 3-achsige Anhänger 25 t
    • 4-achsige Anhänger oder Sattelkraftfahrzeuge 36 t
    • Fahrzeugkombinationen mit fünf oder sechs Achsen 40 t
    • Dreiachsiges Kraftfahrzeug mit 2- oder 3-achsigen Sattelanhänger im kombinierten Verkehr für den Transport eines ISO-Container von 40 Fuß 44 t
  • Die höchstzulässigen Achslasten
    • Einzelantrieb ohne Achse 10 t
    • Antriebsachse 11,5 t

Die Anhänger Kupplung

Bei einem Lastzug kann der Anhänger entweder über eine Kugelkupplung, eine Hakenkupplung oder eine sogenannte Maulkupplung verbunden sein. Aus Sicherheitsgründen sind jenseits der 7,5 t zulässigen Gesamtgewichts allerdings nur die Maulkupplungen zu finden. Seit dem Ende der 1970er Jahre sind die nicht automatisch schließenden Hakenkupplungen im zivilen öffentlichen Straßenverkehr verboten. Der Grund ist, dass die Gefahr besteht, dass sich der Anhänger während der Fahrt von dem Zugfahrzeug trennt. In den USA trennte man sich rund 10 Jahre später von der Hakenkupplung – aber bei Militär kommt sie weiterhin zum Einsatz.

Die Kugelkopfkupplungen sind praktisch nur noch im Kleinanhängerbereich zu finden, also nicht bei LKW, sondern eher bei Pkw- und Lieferwagen. Der Grund ist, dass das Ankuppeln wesentlich leichter ist, als das mit der Maulkupplung.

Vor- und Nachteile: Lastzug vs. Sattelzug

Die Vorteile:

  • Der Lastzug ist wesentlich wendiger. Die Ladung kann mit dem Solo-Lkw bewegt werden, wenn die Be- und Entladestelle zu eng ist. Nach dem Abkuppeln des Aufliegers verfügt der Sattelzug über keine Ladefläche mehr an der Sattelzugmaschine. Zudem kann mit der vorn angebrachten Kupplung beim Lastzug auch „über Kopf“ rangiert werden.
  • Der Zugpunkt des Lkw-Anhänger befindet sich an der Anhängerkupplung, hinten an der Zugmaschine. Die Kupplung ist bei vielen Tandem-Anhängern im unteren Bereich der Antriebsachse angebracht.
  • Die Ladefläche von 15,65 m ist beim Lastzug um 2.03 m länger als beim Sattelzug. Zwar wird diese circa in der Mitte durch das Heck des Lkw und der Front des Anhängers unterbrochen, aber dennoch ist es möglich das ein EURO-Lastzug bis zu fünf Europaletten mehr (also 39) laden kann im Gegensatz zu einem EURO-Sattelzug, der „nur“ 34 laden kann bei einer Ladeflächenlänge von 13,60 m.
  • Es ist durch Wechselbrücken bzw. –Behältern, die mit Stützbeinen ausgestattet sind, diese aufzunehmen und auszutauschen.

Die Nachteile:

  • Ein Sattelzug ist schneller abgeladen, da der Fahrer des Lastzugs erst den Anhänger vom Maschinenwagen (Lkw) abkuppeln und getrennt abstellen muss.
  • Um Flexibilität beim Lastzug zu erreichen, muss auf die Wechselbrücken zugegriffen werden. Allerdings verfügen diese über ein höheres Eigengewicht und das verringert die Nutzlast.
  • Fällt das Zugfahrzeug des Sattelzuges aus, dann kann die Fracht nicht weitertransportiert werden.
  • Um eine Ladung von einem Maschinenwagen mit Anhänger zu ent- und beladen werden zumeist zwei Rampenberührungen benötigt und das erfordert einen höheren Zeitaufwand. Die einzige Ausnahme ist die Durchlademöglichkeit, bei der eine Tür vorn am Anhänger und eine Klappbrücke zwischen den beiden Einheiten vorhanden ist.